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  Garten + Gestaltung 20.01.2019 13:23 (UTC)
   
 
----- Quelle: www.derkleinegarten.de ----- : - Gartengestaltung heute: Der Garten als Ziel Der Garten, sowie die Zucht von Nutzpflanzen und Rosen ist ein uraltes Kulturgut des Menschen und so ist die Freude am Gestalten, Pflanzen und Pflegen sicher ein uraltes Vergnügen und eine uralte Kunstfertigkeit. Das Gestalten folgte dabei gewissen Regelwerken, auf welche wir heute zurückgreifen, wenn wir neue Ideen und Formen im Garten verwirklichen. Die Größe der Gartenanlage tut dabei nichts zu Sache und so gelten die in der Folge beschriebenen Grundsätzlichkeiten für kleine und kleinste Gärten ebenso, wie für große Gärten und Parkanlagen. Dieser Leitfaden ist kein starres Regelwerk, sondern er beschreibt Beobachtungen, so wie es die alten Gartengestalter taten, von denen in der Folge einiges zitiert werden soll. Gestaltungsregeln sind keine starren Gesetzeswerke, sondern Beobachtungen. Meine Ausführungen fordern auf, das Auge zu schulen. Flüchtig sehen wir über Formen und Farben in unserer Umgebung hinweg und erst die stille Beobachtung des Gartenlebens weckt die Liebe zur Natur und lässt Wünsche wach werden. Aus längst vergessenen Erinnerungen und aus Träumen fließen Ideen und langsam entsteht daraus ein geordneter Plan. Formuliere deutlich deine Wünsche! Das heißt: richte dein Auge auf dich selbst und stelle fest, was du wirklich willst. Möchtest du nur den vermeintlichen Anforderungen der Nachbarschaft gerecht werden - willst du sie übertreffen, oder möchtest du deinen eigenen, ganz persönlichen Traumgarten Wirklichkeit werden lassen? Hast du Klarheit über dein Wollen, so ist der nächste Schritt der Planung die Zusammenfassung deiner verschieden Ideen hin zu einem durchbildenden Grundgedanken und Grundkonzept der Gartenanlage. Der legendäre Fürst Pückler (1785-1871) führte dazu weiter aus: "der leitende Gedanke muss in jeder Einzelheit der Gartengestaltung zu erkennen sein, aber damit verlange ich keineswegs, dass auch schon im voraus der genaue Plan der Ausführung bis in jede Einzelheit entworfen und streng daran festgehalten wird. Gerade das Gegenteil möchte ich in gewisser Hinsicht empfehlen." Gartengestaltung ist nichts Endgültiges. Der Haus-Garten, den wir heute anlegen ist in 10 Jahren nicht mehr derselbe. Setze dich gegen diese Veränderlichkeit nicht zur Wehr, auch in dem Sinne, dass sich deine Wünsche und Bedürfnisse mit der Zeit verändern. Nur ist bei nachträglichen Umgestaltungen des Garten besondere Sorgfalt geboten und du darfst nicht mit einem Schlage die Seele des Ortes zerstören, also den Leitengedanken des Garten aufgeben. Nie darf dieses Leitmotiv durch Willkür oder durch Gedankenlosigkeit gebrochen werden. Der Gartengestalter Will Lange (1864-1941) schrieb hierzu: "In schöner Gartengestaltung entscheidet der leitende Gedanke über das, was in ihm auftreten darf, und über das, was ausgeschlossen werden muss. Auch die Formen werden dadurch bestimmt, denn sie gehen ja aus dem Inhalt - dem Zweck hervor, und die Farben: denn die letzteren sollen den geistigen Stimmungsgehalt verstärken, klären, aber nicht stören. Wer gibt uns das Thema für den Garten? Antwort: Wir nehmen die leitenden Gedanken aus uns, aus unseren Beziehungen zu den Dingen, aus den Dingen selbst. So wird jeder Garten charakteristisch. Er wird persönlich aus der Individualität des Besitzers oder des Zweckes heraus gestaltet: Die Kunst schöner Gartengestaltung wird durch klare Durchführung der Leitmotive zur Persönlichkeitskunst." Nach W. Lange, Die Gartengestaltung der Neuzeit Leipzig 1907
Der Garten des 20. Jahrhunderts bestand im Wesentlichen aus zwei Komponenten: aus Wegen und Grün. Auch Parkanlagen wurden fast immer so angelegt, dass sie auf endlosen und ohne Ziel erscheinenden bogenförmigen Wegesystemen durchschritten werden konnten. Ich erinnere mich noch genau daran, wie langweilig mir in den Kinderjahren Besuche in den streng formalen Barockgärten waren, oder schlimmer noch die Landschaftsgärten. Immer nur laufen und spazieren gehen ... endlose Wege, Wiesen, Baumalleen, ein paar Rosen und langweilige Parkbänke. In den Heckengärten konnte man sich wenigstens noch verstecken - doch im Park und in der gewöhnlichen Gartengestaltung: nur krumme Wege. Nachgeahmt im Kleinen versuchte das so mancher Gartengestalter mit gekrümmtem Vorgartenweg und feiert dieses als gestalterischen Höhepunkt. Doch der schöne Garten ist mehr als eine Durchgangshalle. Der Garten selbst ist das Ziel. Er ist der ruhende Punkt, an dem die Wege enden und so muss den beiden oben genannten Komponenten noch eine Dritte hinzugefügt werden: Garten-Plätze --- die jüngeren Gartengestalter haben dies seit Jahren erkannt und so sind die Gärten des neuen Jahrtausend Der Garten ist mehr als eine Durchgangshalle. Der Garten selbst ist das Ziel. Er ist der ruhende Punkt, an dem die Wege enden. Gartengestaltung - Menschenwerk und Naturordnung Der Garten ist nichts Natürliches. Er ist Menschenwerk. Ein Garten ist bebautes Land und jeder weiß, wie schnell ein ungepflegtes Stück Land verwildert oder wie schnell ein verlassener Garten bzw. ein verlassenes Haus zur Ruine wird. Der Zaun kann das Haus nicht mehr schützen. Zuerst werden die Fenster des Hauses zerschlagen. Stürme reißen das Dach auf, Regen und Frost bröckeln an dem Mauerwerk. Balkenkonstruktionen werden zur Nahrung der Pilze, Flechten und Insekten. Die Natur zersetzt, ebnet und tilgt die alte menschliche Ordnung, worauf Pionierpflanzen wie Birken, Holunder und Brennnesseln das Werk der roh waltenden Kräfte fortsetzen und ihre neue Ordnung aufbauen. In unserer modernen Umwelt haben wir kaum noch eine Vorstellung darüber, dass besonders in unseren Breitengraden diese Naturordnung dem Menschen feindlich gegenübersteht. Wilde Tiere, Kälte und Unwetter waren eine Bedrohung für unsere Vorfahren und so suchte man sich einen schützenden Raum zu schaffen. Schutzraum: Garten, Wand und Walm Der Garten war zu aller erst ein Schutzraum und Wohnplatz (Hausgarten) für Mensch, Haustier und Nutzpflanze. Vielleicht ist er die älteste Bautätigkeit des Menschen überhaupt, denn das Wort Garten bezeichnet ja zuerst einmal nur einen umfriedeten Raum. Die Linguisten übersetzen den Walm mit "Strohgeflecht" und somit verrät der Name die Art der alten Dachkonstruktion. Die Gerte, also die geschnittene Weiden- und Haselrute war das Material der Flechtzäune für die Einfriedung. Weide, ursprünglich im Wort: wida (und gleichfalls verwandt mit vitis, der Weinrebe) bedeutet im Wortkern - winden. Aus Flechtwerk baute man den schlichten Zaun und mit derselben Technik auch die Häuser - mit Holzpfählen, Flechtwerk und Lehm. "Stock-Werk" sagt man heute und denkt dabei wohl nicht mehr an die alte Bautechnik. Auch das Wort "Wand" hat gleich der Weide und dem Wein im Wortstamm das "winden" - "das Gewundene" in sich. So auch der "Walm" - die Linguisten übersetzen den Walm mit "Strohgeflecht". Somit verrät der Name die Art der alten Dachkonstruktion. Ursprünglich verwendete man lebende Zäune. Der "Stecken" war das gesteckte Weidenholz für den lebenden Zaun. Man baute und formte mit lebenden Baustoffen den Hag, die Hecke, die Hürde, den Hain (das Haus) oder die Laube. Der Mensch war Teil der Natur und er baute mit der Natur.
Mit der Verwendung der am Ort vorhandenen Baumaterialien entstanden landschaftstypische Bauweisen und Baustile. Die Architektur bekam durch die Baustoffe eine starke Prägung - weniger die Gärten - trotzdem unterscheiden wir in der Gartengestaltung heute verschiedenste Gartenstile, welche letztlich doch ihren Ursprung in der Verwendung der ortstypischen Baumaterialien fanden. Holz, Stein oder Bambus prägten die verschiedenen Stilformen der Haus- und Gartenplanung. Bauerngarten, Cottagegarten, mediterraner Garten oder fernöstlicher Garten - alle diese Stilrichtungen werden umso interessanter, je mehr wir uns mit ursprünglichen Bauweisen vertraut machen. Zugleich kann mit einer sorgfältigen Wahl der Materialien ein gestalterisches Chaos im Haus-Garten vermieden und durch die verbindende Idee ein klares Grundkonzept und Leitmotiv entstehen. ___Thomas Jacob, Oktober 2006___ Willy Lange (1864-1941) Bekannt wurde der königliche Garteninspektor und Lehrer der königlichen Gärtnerlehranstalt in Dahlem durch seine zahlreichen Publikationen zu Garten, Gartenplanung und Gartengestaltung nach der Jahrhundertwende. Hier ein kurzer Textauszug von Willy Lange über die Thematik der Vermischung verschiedener Garten-Formen: Die Komposition verschiedener Garten-Formen kann oft die besten Wirkungen ergeben. Immer muss aber jede Form in demselben Gelände ihr besonderes Motivhaben und eine Form sich von der anderen in diesem Sinne reinlich scheiden. "Übergänge" im ästhetischen Sinne gibt es dabei nicht. Der geometrische, besonders der architektonische Garten kann wohl an ein Naturgartengelände anstoßen und mit einer Begrenzung, die sich aus ihm ergibt, in den Natur-Garten eindringen, sodass gelegentlich ein reizvolles Durcheinander in der bildmäßigen Raumwirkung entsteht; aber formale Übergänge zwischen den Formen des Hauses und dem natürlichen Garten im Sinne der Gartengestaltung der "ästhetischen Zeit" (Mitte des 19. Jahrhunderts) erkenne ich in unserer von der Logik beherrschten Gartengestaltung skunst nicht an. Z. B. können ein paar regelmäßige Blumengruppen am Hause nicht etwa von ihm zur "Natur" überleiten. Wenn aber z B. ein niedriger Zaun auf einer niedrigen Terrasse nmauer den geometrisch - architektonischen Teil des Geländes abschließt gegen die nach Naturmotiven geschaffenen Pflanzungen, so können diese wohl Terrassenmauer und Zaun mit ihren Vorposten erklettern, beranken, umspinnen: Das ist dann ein Zusammenklingen verschiedener Motive, die, jedes für sich, ihre eigene Logik, d. h. Gartengestaltung-Gesetze, haben. Das Trennende und, im letzteren Sinne, Vereinigende ist dann eben die Terrassenmauer mit dem Zaun, in unserem Beispiel. Durch formale Trennung im Grundriss entsteht so ein Nebeneinander, das aber im Raume als künstlerische Vereinigung wirkt. Geometrische und architektonische Form im Garten lassen sich in der Gartenplanung leicht komponieren. Beide für sich oder beide gemeinsam können, wie oben angedeutet, mit der natürlichen Gestaltung komponiert werden. Ebenso ist der Bauern-Garten leicht mit dem Natur-Garten in (getrennte) Gemeinschaft zu bringen; etwa da, wo ein landschaftlich zu steigerndes Gelände zur Verfügung steht, auf dem ein Landhaus im bäuerlichen Stil errichtet wird, das man mit den farbenprächtigen Reizen des Bauergartens umgeben will. Ein reicher ausgestattetes Haus kann mit einem wenig ausgedehnten, aber reichen Kunstgarten umgeben werden ... Einem weiteren Gärtner und Zeitgenossen W. Langes soll soll hier erinnert werden, an den Staudenzüchter: Karl Foerster. Es ist sicher kein Fehler zu sagen, dass Karl Forster nicht nur Gärtner war, sondern auch Schriftsteller und Philosoph, wie seine zahlreichen Publikationen zur Pflanzenschönheit und Gartengestaltung beweisen. Hier eine kurze Leseprobe: Über das "Verflattern von Blütenwirkungen": "Eine Farbe pflanzen ohne raffinierten Bezug auf eine andere, heißt ihr Bestes verlieren. Man sollte für alte Blütenpflanzungen im Garten kontrapunktische Listen aufstellen unter dem Titel: « Als Vermählte empfehlen sich. » Solche richtigen Pflanzen-Benachbarungen wirken so stark, dass man die Teilnehmer sich gar nicht mehr getrennt vorstellt. Es kommt überall darauf an, dass das Auge sich nicht mühsam die Schönheiten zusammenbetteln muss, sondern dass es von den Anblicken gesättigt wird. Es kommt darauf an, weder mit einzelnem Finger auf den Klaviertasten herumzuspielen noch sich "draufzusetzen". Die Hauptvoraussetzungen für wirksame Zusammenfassung der Farben, Formen und Charaktere (in der Gartenplanung) sind sowohl im architektonischen Garten als auch im Naturgarten die folgenden: Genaue Kenntnis der Blütezeiten, der Farbenzusammenklänge, der Stimmungseinheiten, wie sie aus den Natur- oder Kulturcharakteren der Pflanzen hervorgehen und dem Charakter des gewählten Garten-Platzes entsprechen."




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